09.11.2020

Einsatz 13/2020 Amtshilfe für Landestierseuchenbekämpfung

Der vor einigen Monaten durch viele THW Kräfte und Mitarbeitern anderer Landesbehörden aufgebaute Elektrozaunes entlang der Neiße, wird durch einen massiven Metallzaun ersetzt. Durch den Fund eines mit Schweinepest infizierte Wildschweins im Landkreis Görlitz steigt die Gefahr stark an, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet und speziell die Schweinezucht bedroht.

Schon am Wochenende begannen die Einsatzplanungen für die Einsatzkräfte des THW. Seit dem Montagmorgen sind ca. 20 THW-Kräfte aus verschiedenen Ortsverbänden (THW Görlitz, THW Bautzen, THW Kamenz, THW Pirna, THW Dresden, THW Riesa, THW Radebeul) im Einsatz. Eine Führungsstelle wurde zur Einsatzleitung eingerichtet und in Betrieb genommen. Ein erster Trupp hat mit dem Zaunbau begonnen. Ein Großteil der Kräfte war mit logistischen Aufgaben beschäftigt, da ersteinmal Unmengen an Zaunbaumaterial verladen und verteilt werden müssen. Hier eine sehr gute Zusammenfassung des bisherigen Einsatzes von der Webseite unseres Landesverbandes:

 

Entlang der Landesgrenze zu Polen hat der Freistaat Sachsen mit dem Bau eines festen Zauns als Schutzmaßnahme vor der Afrikanischen Schweinepest begonnen. Unter der Koordination des Technischen Hilfswerk (THW) errichten Einsatzkräfte des THW und weitere Behörden den festen Zaun, der die bisher dort installierte mobile Wildbarriere ersetzen bzw. verstärken wird.

Ein erstes Aufbauteam, bestehend aus 14 Helfern verschiedener sächsischer THW-Ortsverbände, begann am 9. November 2020 ausgehend vom Bundeswehr-Truppenlager Werdeck in Krauschwitz eine Testphase, in der geprüft wurde, wie die massive Barriere gegen das Schwarzwild am effizientesten aufgebaut werden kann. Zeitgleich erledigten die Kraftfahrer der angeforderten THW-Fachgruppen die logistischen Aufgaben, um das vom Freistaat Sachsen beschaffte Zaunmaterial von Ludwigsdorf aus in das Bundeswehrlager zu transportieren.
Der Einsatz erfolgt aufgrund eines Amtshilfeersuchens des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS), die Einsatzleitung übernahm das Technische Hilfswerk, konkret der Ortsverband Görlitz. Auch die Bundeswehr wurde mit rund 100 Helfern hinzugezogen sowie die Bundespolizei, der Bundes- und Sachsenforst, das Veterinäramt des Landkreises Görlitz, die Landestalsperrenverwaltung Sachsen und die örtliche Feuerwehr.
Schwerpunktaufgaben für die THW-Einheiten sind u.a. die Errichtung einer festen Schwarzwild-Abwehrzäunung um die Fundstelle im 10-Kilometer-Radius, die Führungsunterstützung mit den beteiligten Partnern und Aufbau einer Dekontaminationsschleuse.
Der Zaun wird vom Fundort eines infizierten Wildschweins gleichzeitig gen Norden und gen Süden gezogen. Er soll im Norden an den Zaun Brandenburgs anschließen und im Süden zunächst bis zur Autobahn 4 reichen. Geplant ist anschließend, den gesamten Grenzverlauf bis nach Zittau zu verstärken. Der Zaun ist ca. einen Meter hoch – so bleibt er für Rehe und Hirsche passierbar – und mit einem horizontalen Schutz vor einer Unterwühlung durch Wildschweine versehen. Ziel ist es, dass gesamte gefährdete Gebiet sowie die sächsisch-polnische Grenze zu zäunen. Zusätzlich zäunt die Bundeswehr den Truppenübungsplatz Oberlausitz ein, der 8000 Hektar der insgesamt 13.500 Hektar großen Restriktionszone umfasst.
Schnell hat sich gezeigt, dass dieser Einsatz sehr personalintensiv ist. Pro Tag und Mannschaft sind rund 50 bis 60 THW-Kräfte eingeplant. Aus heutiger Sicht wird die Amtshilfe bis Ende November 2020 andauern. Aktuell waren bereits 17 THW-Ortsverbände aus Sachsen und Thüringen in den Einsatz eingebunden. Die intensiven Abstimmungen mit den zahlreichen Akteuren sowie die Wetterlage sind zusätzliche Herausforderungen. Daher würdigt Einsatzleiter Andreas Otte dieses herausragende Engagement mit herzlichen Worten: „Ich möchte einfach kurz Danke sagen für die Zeit, die ihr hier aufbringt. Auch ein riesengroßes Dankeschön an dieser Stelle an die Familien und Arbeitgeber unserer Einsatzkräfte. Das ist natürlich nicht selbstverständlich, dass unsere Einsatzkräfte über einen so langen Zeitraum freigestellt werden. Danke, dass sie es uns möglich machen, unsere Helfer und Helferinnen so lange im Einsatz zu lassen.“
Für die THW-Ortsverbände in Sachsen ist dies ein weiterer Einsatz bei der Bekämpfung der Schweinepest. Bereits Ende Januar 2020 hatte das Sozialministerium ein erstes Amtshilfeersuchen an das THW gerichtet. Der Auftrag war die Errichtung einer 115 Kilometer langen, behelfsmäßigen Schwarzwildbarriere entlang der Staatsgrenze zu Polen. „Neben der Bewältigung der Corona-Pandemie sowie der Bekämpfung der Borkenkäferplage sind diese Einsätze der dritte große Schwerpunkt für den Landesverband Sachsen, Thüringen in diesem Jahr“, so Dr. Marcus v. Salisch, Referatsleiter Einsatz und kommissarischer Landesbeauftragter. „Ich danke allen unseren Ehrenamtlichen, die in diesem herausfordernden Jahr die umfangreichen Aufgaben stemmen.“

 

 

 


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